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Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht

1. Wofür sollte ich Vorsorge treffen? Was kann schon passieren?

Jeder von uns kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, dass er wichtige Angelegenheiten seines Lebens nicht mehr selbstverantwortlich regeln kann. Sie sollten sich für diesen Fall einmal gedanklich mit folgenden Fragen befassen:

-         - Was wird, wenn ich auf die Hilfe anderer angewiesen bin?

-         - Wer handelt und entscheidet für mich?

-         - Wird dann mein Wille auch beachtet werden?

Oder noch konkreter gefragt?

-         - Wer erledigt meine Bankgeschäfte?

-         - Wer kümmert sich um meine Behörden- und Versicherungsangelegenheiten?

-         - Wer organisiert für mich nötige ambulante Hilfen?

-         - Wer sucht für mich einen Platz in einem Senioren- oder Pflegeheim?

-         - Wer kündigt meine Wohnung oder meinen Telefonanschluss?

-         - Wie werde ich ärztlich versorgt?

-         - Wer entscheidet bei Operationen und medizinischen Maßnahmen?

Und überhaupt:

-         - Wer kümmert sich um meine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse?

Dies sind nur einige von vielen Gesichtspunkten, die Sie beschäftigen sollten. Dabei sollten Sie bedenken,  dass die Situation, in der Sie auf Hilfe angewiesen sind, jederzeit eintreten kann. Vorsorge ist also nicht nur eine Frage des Alters.

2.       Aber ich habe doch Angehörige! Mein Partner oder meine Kinder werden doch um mich und meine Angelegenheiten kümmern?

Natürlich werden Ihre Angehörigen Ihnen – hoffentlich – beistehen, wenn Sie selbst wegen Unfall, Krankheit, Behinderung oder einem Nachlassen der geistigen Kräfte im Alter Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Wenn aber rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen gefordert sind, können weder der Ehepartner/die Ehepartnerin oder der Lebenspartner/die Lebenspartnerin noch die Kinder Sie gesetzlich vertreten. In unserem Recht haben nur Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern ein umfassendes Sorgerecht und damit die Befugnis zur Entscheidung und Vertretung in allen Angelegenheiten. Für einen Volljährigen/eine Volljährige können hingegen die Angehörigen nur in zwei Fällen entscheiden oder Erklärungen abgeben: Entweder aufgrund einer rechtsgeschäftlichen Vollmacht oder wenn Sie gerichtlich bestellte Betreuer sind.

Im Sinne der erstgenannten Alternative soll die Vorsorgevollmacht dienen.

Die Vorsorgevollmacht ermöglicht Ihnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Sie benennen eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens, die bereit sind, für Sie im Bedarfsfall zu handeln.

 3.    3.   Muss eine Vorsorgevollmacht eine bestimmte Form haben?

Schon aus Gründen der Klarheit und Beweiskraft ist eine schriftliche Abfassung notwendig. Die Vorsorgevollmacht muss nicht handschriftlich verfasst sein. Sie können auch eine Vollmacht auf dem PC verfassen oder verfassen lassen oder sich auch eines geeigneten Vordruckmusters bedienen. Ort, Datum und vollständige eigenhändige Unterschrift dürfen jedoch keinesfalls fehlen.

Im Gegensatz dazu ist eine notarielle Beurkundung der Vollmacht immer dann notwendig, wenn die Vollmacht unwiderruflich auch zum Erwerb oder zur Veräußerung von Grundstücken oder Eigentumswohnungen erteilt werden soll. Wenn die Vorsorgevollmacht zur Aufnahme eines Verbraucherdarlehens berechtigen soll, ist ebenfalls eine notarielle Beurkundung erforderlich. Ferner ist eine notarielle Beurkundung dann sinnvoll, wenn Sie ein Handelsgewerbe betreiben oder Gesellschafter einer Personen- oder Kapitalgesellschaft sind.

Sollte für Sie eine notarielle Beurkundung erforderlich sein, kümmern wir uns um eine Vermittlung. Die Kanzlei Grotstollen empfiehlt Notare in der näheren Umgebung.

4.       Wo bewahre ich die Vollmachtsurkunde auf? Muss ich die Vollmacht registrieren lassen?

Die Vorsorgevollmacht sollte zu Ihrer Sicherheit so erteilt werden, dass die bevollmächtigte Person die Vollmachtsurkunde bei Vornahme des Rechtsgeschäfts im Original vorzulegen hat. Dazu ist ein entsprechender Hinweis in der Vollmachtsurkunde erforderlich. Für die Vermögenssorge in Bankangelegenheiten sollten Sie auf die von Ihrer Bank/Sparkasse angebotene Konto- Depotvollmacht zurückgreifen. Alternativ hat die Kanzlei Grotstollen für Sie zur Hand.

Vertretungsmacht hat die von Ihnen bevollmächtigte Person nur dann, wenn sie die Vollmachtsurkunde im Original vorlegen kann. Sorgen Sie deshalb stets dafür, dass die Vollmachtsurkunde dem/der Berechtigten zur Verfügung steht, wenn sie benötigt wird.

Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

-          Sie verwahren die Vollmachtsurkunde an einem im Ernstfall leicht zugänglichen Ort, den die bevollmächtigte Person kennt (z. B. in Ihrem häuslichen Schreibtisch).

-          Sie übergeben die Vollmachtsurkunde von vornherein der bevollmächtigten Person mit der Maßgabe, von dieser nur in dem besprochenen Fall Gebrauch zu machen. Wie schon gesagt, sollten Sie ohnehin nur jemanden bevollmächtigen, dem Sie vorbehaltlos vertrauen können.

-          Sie können aber auch bei dem Zentralen Vorsorgeregister, das in Deutschland von der Bundesnotarkammer geführt wird, Ihre Vorsorgevollmacht und den Namen der bevollmächtigten Person/en registrieren lassen. Wird ein Betreuungsgericht um eine Betreuuerbestellung gebeten, kann es dort nachfragen und erhält so die Auskunft, dass Sie eine bevollmächtigte Person haben. Ein Betreuungsverfahren muss nicht durchgeführt werden, wenn die Vollmacht die Angelegenheiten umfasst, die geregelt werden müssen und die bevollmächtigte Person bereit ist, die Vertretung zu übernehmen.

(Quelle: Bundesminsiterium der Justiz und für Verbraucherschutz, www.bmjv.de)

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