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Tel: 0203 / 71 85 - 108

Minderung

Mietminderung

Der Mieter muss dem Vermieter den Mangel anzeigen. Zur späteren Beweisbarkeit sollte die Anzeige schriftlich erfolgen. Bei Kenntnis des Vermieters vom Mangel ist die Anzeige nicht erforderlich. Gleichzeitig muss die Beseitigung des Mangels gefordert werden.

Unterlässt der Mieter die Anzeige des Mangels kann dies zum Verlust des Minderungsrechtes führen und unter Umständen Schadensersatzansprüche für den Vermieter nach sich ziehen, wenn der Schaden in der Wohnung sich vergrößert. Die Grenze wird ca. bei einem Jahr des Hinnehmens liegen.

Nach der Anzeige kann die Miete unter Vorbehalt gezahlt werden.

Die Minderung steht dem Mieter für den Zeitraum vom Eintritt des Mangels bis zur Beseitigung zu. Die Höhe der Minderung ist vom Einzelfall abhängig. Sie bemisst sich danach, in wieweit der vertragsgemäße Gebrauch konkret beeinträchtigt war. Die Höhe der Mietminderung wird von den Gerichten prozentual geschätzt. Bei der Berechnung ist von der Bruttomiete inklusive aller Betriebskosten auszugehen (BGH 06.04.2005, AZ XII ZR 225/03).

 

Beseitigt der Vermieter den Mangel innerhalb der vom Mieter gesetzten Frist nicht, kann der Mieter neben Beseitigung und Mietminderung zusätzlich

- Schadensersatz verlangen, wenn der Mangel bereits bei Vertragsschluss bestanden hat oder nachträglich vom Vermieter zu verschulden ist (§ 536a Absatz 1 BGB)

- den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der dafür erforderlichen Aufwendungen verlangen (§ 536a Absatz 2 Nr. 1 BGB)

 

Entsteht dem Mieter weiterer Schaden, weil der Vermieter den Mangel nicht behoben hat, kann er diesen ersetzt verlangen, etwa wenn er ins Hotel ziehen muss, weil im Winter die Heizung nicht funktioniert (§ 536a BGB).

Mängel können auch dann auf Kosten des Vermieters vom Mieter selbst beseitigt werden, wenn eine umgehende Beseitigung zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Flächenabweichungen von mehr als zehn Prozent einen erheblichen Mangel darstellen und die Tauglichkeit der Wohnung mindern.Der Mieter ist dann berechtigt, die Miete sogar rückwirkend zu kürzen. (BGH 24.03.2004, AZ VIII ZR 133/03).

 

 

 

 

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